Als Schüler bereits Student sein - Mathe/Informatik-Schüler nehmen am Schülerstudium teil

In wenigen Wochen ist es soweit: Der Großteil der Schüler der Klasse BG88I wird ab Mitte Oktober nebenbei für ein Semester an der Fachhochschule Münster studieren. Die Schüler der 12. Klasse des Beruflichen Gymnasiums in Dülmen mit dem Schwerpunkt Mathematik/Informatik nehmen ein interessantes Angebot der FH wahr: Als Schüler bereits Student sein - im Rahmen eines „Schülerstudiums“ ist das möglich.

Innerhalb des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik belegen die Schüler den Kurs „Grundlagen der Programmierung“. Die jeweiligen Vorlesungsinhalte können über eine elektronische Plattform mitverfolgt werden, so dass eine Anwesenheit „vor Ort“ im Hörsaal in Münster nicht erforderlich ist. Auch die gestellten Hausaufgaben können von zu Hause aus erledigt und elektronisch zur Auswertung eingeschickt werden. Ziel der Schüler ist es, die reguläre Klausur am Ende des Semesters mitzuschreiben und - idealerweise - zu bestehen. Als Lohn für diese zusätzlichen Mühen, die die Schülerstudenten neben ihrem normalen Schulpensum auf sich nehmen, kann die bestandene Klausur als bereits erbrachte Prüfungsleistung bei der späteren Aufnahme eines Studiums der Wirtschaftsinformatik an der FH Münster angerechnet werden. Auch an anderen Hochschulen ist eine Anrechnung unter Umständen möglich.

Um die RvW-Schüler über das Schülerstudium zu informieren, besuchte Prof. Dr. Sebastian Thöne von der FH Münster vorab die Klasse. Zunächst stellte er den Aufbau und den Ablauf des Studiengangs Wirtschaftsinformatik vor. Dabei betonte Prof. Thöne, dass die Absolventen dieses praxisintegrierenden Studiengangs derzeit und auch zukünftig hervorragende Berufsaussichten haben. Der Dozent unterstrich seine Aussage auch mit der Tatsache, dass im Jahr 2018 in der deutschen Wirtschaft 82.000 offene Stellen für IT-Fachkräfte vorhanden waren. Durch diesen Fachkräftemangel finden viele „seiner“ Wirtschaftsinformatik-Studenten schon während der im Studium fest verankerten Praxisphasen ihren späteren Arbeitsplatz.

In Bezug auf das Schülerstudium ermunterte Prof. Thöne die angehenden Abiturienten, die Herausforderung anzunehmen. Durch den Leistungskurs Informatik, den die RvW-Schüler dieses Bildungsganges belegen, hätten sie bereits umfangreiches Fachwissen erworben. Die meisten Inhalte der Vorlesung sind den Schülern somit schon bekannt, was das Bestehen der Abschluss-Klausur erheblich erleichtert. Das zeigen auch die bislang erzielten Ergebnisse aus den Vorjahren, in denen RvW-Schüler des Abitur-Bildungsganges Mathematik/Informatik im Schülerstudium oft mit gutem bis sehr gutem Erfolg abgeschnitten haben.

Abschließend stellte Prof. Dr. Thöne heraus, dass die Wahl der Schüler für das Mathe/Info-Abitur am RvW goldrichtig sei. Der Bildungsgang bereite sehr gut auf ein späteres Studium im IT-Bereich vor und mache die Schüler so zu sehr begehrten und wichtigen Arbeitskräften.