„Bildungswoche Lebensmittel“ – Projekt zur Förderung der lebenspraktischen Kompetenzen in einer Gruppe von neun Klient*innen im Haus Jona

Der erste Projekttag stand unter dem Motto „Kräuter“ - inspiriert vom eigens angelegten Kräuterbeet am Haus Jona. Gemeinsam wurden die unterschiedlichen Kräuter genauer unter die Lupe genommen. Die Bewohner*innen konnten an den Kräutern riechen, reiben und schmecken. Es wurden alle Sinne angesprochen. So konnten die Kräuter zugeordnet und mit Namen versehen werden. Außerdem wurden die Einsatzmöglichkeiten der unterschiedlichen Kräuter erklärt: Heilkräuter für die Teezubereitung, Küchenkräuter für die Verwendung beim Essen.

Danach wurden einige Kräuter gepflückt. An der „Teebar“ mischte sich jeder Teilnehmer mit seinen Lieblingskräutern einen eigenen Tee. Dann knurrte der Magen und gemeinsam ging es in die Küche, um Spaghetti zu kochen. Selbstverständlich wurde das Pesto selbst hergestellt. Die Kräuter waren ja vorhanden. So gab es am Ende des Tages Spaghetti mit Basilikumpesto, Bärlauchpesto oder Tomatenpesto. Es hat allen geschmeckt und viel Freude bereitet.

Am zweiten Projekttag stand für die Gruppe ein Besuch auf dem Bio-Hof Mehring und dem Bauernhof Nährmann auf dem Programm. Auf dem Hof Mehring zeigten die Hofbesitzer den Bewohner*innen wie Schweine und Hühner gut leben können. Die großen und offenen Ställe beeindruckten. Mit großer Freude wurden beobachtet, wie die Hühner ins Freie laufen. Danach ging es zum Hof Nährmann. Hier leben gut 200 Milchkühe. Die Besitzerin zeigte, wo die Milch herkommt und wie man Kühe melkt. Mit vier Litern frisch gezapfter Milch machte sich die Gruppe hinterher auf dem Weg zum Grillen. Aus der mitgebrachten Milch wurden Erdbeer- und Bananenmilchshakes zubereitet. Der Tag zeigte allen ganz deutlich, wo das täglich auf dem Tisch liegende Essen herkommt und mit wie viel Mühe es produziert wird. Die Wertschätzung guter Lebensmittel stand im Mittelpunkt. Ein Mittagessen schnell in den Müll zu entsorgen, weil es nicht genau den Vorstellungen entspricht, fällt so schwieriger und schärft die Sinne.

Am Mittwoch drehte sich bei der Projektgruppe des Haus Jona alles um gesunde Ernährung. Ziel war es, die Teilnehmenden für eine gesündere Ernährung zu sensibilisieren und über die Vorteile frischer, gesunder Lebensmittel aufzuklären. Gemeinsam wurde eine Lebensmittelpyramide gestaltet, wobei alle überlegten, von welchen Lebensmitteln man viel und von welchen man besser nur wenig essen sollte. Im Anschluss gab es eine große Auswahl an verschiedenem Obst, aus der sich die Bewohner*innen dann ihren eigenen Obstsalat und Smoothie zusammenstellten. Obst und Gemüse wurde geschnibbelt und immer wieder probiert und verfeinert. Für alle ein großer Spaß. Es schmeckte und in Zukunft soll es mehr gesundes Essen geben.

Nachdem in den ersten drei Tagen alle Projektteilnehmenden zwischendrin immer mal erzählten, was sie am liebsten essen, standen am Donnerstag nun auch wirklich die Lieblingsgerichte auf dem Tagesprogramm. Dabei wurde schnell deutlich, dass alle ein leckeres Schnitzel mögen. So ging es zum Metzger und in den Supermarkt, um frisches Fleisch und die Beilagen einzukaufen. Hierzu gab es Blumenkohl, Knödel und eine Pilzsauce. Zum Dessert gab es Stippmilch mit Zimt und Zucker. Gemeinsam wurde gekocht und am großen gedeckten Tisch in gemütlicher Atmosphäre schön gegessen.

Am letzten Tag der Projektwoche wurde die lang ersehnte Hühnersuppe gekocht. Die Gruppe konnte so wunderbar den Bogen zum Beginn der Woche schlagen, als sie auf dem Hühner-Bauernhof waren. So sollten die Teilnehmenden lernen, wo ihr Essen eigentlich herkommt und wie man es hinterher verarbeitet. Unter dem Oberthema "Lebensmittelverschwendung", wurde anhand von Plakaten gezeigt, wie viele Lebensmittel sinnlos weggeschmissen werden, obwohl man sie noch verwenden kann.

Mit dem gemeinsamen Kochen und Essen der Suppe ging die Projektwoche zu Ende. Bei einer abschließenden Reflexion erzählte jeder Teilnehmende, was ihm gut gefallen hat und was er alles gelernt hat. Als Andenken gab es für alle ein Rezeptbuch mit Fotos, damit die Gerichte und Smoothies demnächst nachgekocht werden können.

Das Projekt wurde durchgeführt von vier Studierenden der Klasse FS71Hb im Haus Jona in Marl-Sinsen, einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Recklinghausen (www.diakonie-kreis-re.de).