Europafahne weht an Berufskollegs

Landrat überreicht Schilder / Staatssekretär lobt Engagement der Lehrer und Schüler

Coesfeld. Der europäische Gedanke er wird schon lange am Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld sowie am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg in Lüdinghausen und Dülmen hochgehalten. Seit gestern weht die blaue Europafahne mit Sternenkranz ganz offiziell über den Schulhäusern. Dies ist ein wichtiger, schöner Tag für die beiden Schulen, den Kreis Coesfeld und unser Land, unterstrich Michael Mertes, Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten bei einer Festveranstaltung im Kreishaus in Coesfeld, bei der die beiden Kollegs wie einstimmig vom Kreistag beschlossen den Namenszusatz Europaschule erhielten. Landrat Konrad Püning überreichte den Schulleitern Monika Stoll-Röhl (Coesfeld) und Rudolf Hege (Lüdinghausen/Dülmen) schmucke Schilder mit Sternenemblem. Sie sollen schon direkt am Schuleingang den Europabezug deutlich machen.

Unsere Schülerinnen und Schüler müssen fit für Europa sein sei es durch Erlernen von Fremdsprachen, sei es durch Kenntnis der gesellschaftlichen Strukturen oder der Kultur unserer Nachbarn, hob Püning in seiner Ansprache hervor. Und dafür sei auch in den Berufskollegs schon viel geleistet worden: Der Fremdsprachenunterricht wurde erweitert, Schulpartnerschaften wurden und werden geschlossen und mit Leben gefüllt, europäische Themen finden mehr und mehr Eingang in den Unterricht. Im vergangenen Jahr sei ein Internationales Gästehaus in Lüdinghausen eingeweiht worden. Die Verleihung des Titels Europaschule sei Auszeichnung und Verpflichtung zugleich, so der Landrat, der auch die zahlreich anwesenden Schüler direkt ansprach: Für Ihre europäische Fitness müssen Sie den größten Beitrag selber leisten und sich entsprechend ins Zeug legen.

Was in der Vergangenheit schon geschaffen worden ist zum Beispiel seit elf Jahren mit dem alljährlichen Projekt Produkt für Europa der kaufmännischen Fremdsprachenassistenten am Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg dokumentierten Schüler mit Spielszenen und Powerpoint-Präsentationen. Ein Schüler-Chor sang gleich in drei Sprachen.

Von all dem zeigte sich nicht zuletzt der Regierungsvertreter aus Düsseldorf beeindruckt: NRW ist stolz auf seine beiden neuen Europaschulen. Mertes führte aus, dass es Europaschulen mittlerweile in zehn Bundesländern gebe. In Kürze soll ein einheitliches Verfahren zur Zertifizierung entwickelt werden, in das die bestehenden Europaschulen eingebunden werden. Er dankte allen Beteiligten, insbesondere den Lehrern, für ihr Engagement.

Wir haben nicht vor, diesen Titel nur zu tragen, sondern weiter zu leben, versprach Stoll-Röhl. Ihr Lüdinghausener Kollege Hege meinte, dass aus dem neu aufgeschlagenen Kapitel eine ganze Bibliothek werden kann. Als Vater der Europaschulidee ehrte er Helmut Kortekamp, seinen früheren Stellvertreter und heutigen Leiter des Pictorius-Berufskollegs in Coesfeld. Er habe seinerzeit die ersten Kontakte zum Deltion-College in Zwolle/NL geknüpft. Und die Besuche bei dieser privatwirtschaftlich geführten Schule hätten ihm erst die Augen geöffnet: Der Spirit dieser Schule hat auch uns beflügelt. Hege nutzte die Gelegenheit, die anwesenden Politiker von Kreis und Land daran zu erinnern, das sie die Voraussetzungen dafür schaffen müssen, dass sich die Schulen frei entfalten können: Wir brauchen Unterstützung. Sonst ist da bald Feierabend. Dann können wir das Licht ausmachen in Europa.

(Freitag, 16. März 2007, Quelle: Kreisredaktion WN (Kreis Coesfeld))