Falschgeldschulung der GH91

Am Donnerstag, den 14.11.2019, besuchte uns Susanne Wierling, Sie arbeitet in der Abteilung Kasse-Geldbearbeitung bei der Deutschen Bundesbank in Dortmund. In der 3. und 4. Stunde kam sie zu uns in die Klasse und erklärte uns einige Dinge zur Erkennung von Falschgeld und wie man damit umgeht.

Das erste Thema ihrer Präsentation war der Kreislauf des Falschgeldes. Falschgeld wird in der Regel von größeren Organisationen hergestellt und über den Einzelhandel in den Umlauf gebracht, da dort sofort Falschgeld in echte Noten getauscht werden kann. Sobald der Einzelhandel dieses Geld einmal angenommen hat, ist es im Geldkreislauf, vielleicht sogar so lange, bis es erst bei der Bundesbank aus dem Verkehr gezogen und vernichtet wird. Der Einzelhandel erkennt nur 10-15 % des Falschgeldes, somit kommt ein Großteil des Falschgeldes bei der Bundesbank an. In Zahlen sieht dies wie folgt aus: Die Bundesbank hat im ersten Halbjahr 2019 rund 27.600 falsche Euro-Banknoten in einem Wert von 1,6 Mio. registriert.
Der unbewusste Besitz von Falschgeld ist nicht strafbar, der Erwerb und das bewusste Bezahlen/Weitergeben allerdings schon. Jede Banknote, die entdeckt wird, muss bei der Polizei gemeldet werden, ob vom Einzelhandel, dem Kreditinstitut, der Bundesbank oder privat.

Wie und woran erkennt man Falschgeld? Ein Geldschein lässt sich an mehreren Stellen auf seine Echtheit überprüfen. Ein Geldschein besteht aus Baumwolle, demnach ist er griffiger und etwas dicker als normales Papier. Fälschungen fühlen sich meistens dünner und glatter an als echtes Geld.

An den beiden äußeren Rändern eines Geldscheines findet man das sogenannte Relief, kleine schwarze Striche, die man beim drüber streichen erfühlen kann.

Die grüne Wertzahl auf der Vorderseite nennt man Smaragdzahl, beim Kippen ändert sie ihre Farbe z. B. von einem leuchtenden Grün zu einem lila-blauen Farbton.

Wenn man den Geldschein gegen das Licht hält, erkennt man nicht nur den Kopf der Europa (Wasserzeichen), sondern auch den Sicherheitsfaden, der sich mittig des Geldscheins befindet. Wenn man genau hinschaut, erkennt man darin das Euro-Symbol und die Wertzahl.
Falls Sie noch genauer hingucken oder eine Lupe zur Hand haben, können sie auch die Mikroschrift erkennen, in ihr ist das Wort „Euro“ geschrieben.

Des Weiteren findet man auf der Vorderseite einen Silbersteifen, der ein Hologramm enthält. Hält man den Schein gegen das Licht, kann man die Wertzahl und das Euro-Symbol erkennen. Auf der Rückseite ist an gleicher Stelle ein leichter Glanzstreifen. Ab dem Wert von 20€ ist dort noch das Hologramm eines Fensters, wenn man dieses gegen das Licht hält, wird es transparent und man kann ein Porträt von Europa erkennen.

Unter UV-Licht sieht man, dass das Papier dunkel bleibt, sich jedoch die Flagge der EU grün, die Sterne leuchtend orange, die Landkarte sowie die Brücke und die Wertzahl auf der Rückseite, gelb färben. Auf dem gesamten Geldschein lassen sich dann auch kleine Fasern erkennen, die bunt leuchten.

Falschgeld erkennt man, indem ein oder mehrere der oben genannten Dinge nicht auftreten oder, wie z.B. bei der Mikroschrift oder dem Sicherheitsfaden, unscharf sind. Ein weiteres Merkmal ist auch, wenn das Wasserzeichen einen dunklen Rand hat oder sich die Smaragdzahl gar nicht oder in anderen Farben wechselt.

(Damien Trick und Yannick Jülich, GH 91)