Gästehaus acht Wochen in niederländischer Hand

Seit dem 6. Januar hatte sich das Marianne-von-Weizsäcker-Gästehaus wieder mit Leben gefüllt. Sieben Studierende, sechs angehende Erzieherinnen und eine angehende Unterrichtsassistentin, des Deltion College in Zwolle verbrachten acht Wochen in und um Lüdinghausen, um ein Praktikum in einer Kindertagesstätte oder einer Grundschule zu absolvieren. Die aufnehmenden Einrichtungen waren der Ev. Stephanuskindergarten, der St. Monika Kindergarten, der St. Dionysiuskindergarten, die Kita Kunterbunt, die DRK Kindergärten Im Rott und Stadtfeld und die Marienschule, katholische Grundschule in Seppenrade.

Die Praktikantinnen hatten die Gelegenheit, alle Aspekte in einem deutschen Kindergartenalltag bzw. einer Grundschule kennenzulernen, d.h. sie wechselten auch mal die (Funktions)Räume, hatten Kontakte mit jüngeren und älteren Kindern, durften an Teamsitzungen teilnehmen, konnten sich in verschiedensten Aktivitäten mit Kindern ausprobieren und bei Wunsch den Kindern auch niederländische Lieder beibringen. Trotz der teilweise großen sprachlichen Hürden gelang es den Praktikantinnen, gute Kontakte zu den Kindern und Kolleginnen herzustellen und sogar Konflikte zwischen Kindern beizulegen. In der Grundschule gehörte neben der Begleitung der Kinder einer ersten Klasse auch die Arbeit in der OGS im Anschluss an den Unterricht.

Einmal pro Woche nahmen die Niederländerinnen am Unterricht der Fachschule für Sozialpädagogik und des Beruflichen Gymnasiums / Erzieher/in teil. Auf dem Stundenplan standen TFE (Technische Früherziehung), Niederländisch, Kunst und Musik.

Von ihren Erfahrungen berichteten sie in der letzten Woche ihres Praktikums ausführlich im Rahmen eines Auswertungstreffens gemeinsam mit ihren Praxisanleiter*innen und den betreuenden Kolleg*innen des Berufskollegs. Die vielen Freiheiten, die deutsche Kinder in Kindertagesstätten haben, sind den Praktikantinnen am eindrücklichsten in Erinnerung geblieben: die Kinder können über einen langen Zeitraum frei wählen, womit sie sich befassen, mit wem sie spielen und wo. Die Niederländerinnen waren sehr erstaunt, dass die Kinder sich ohne „Auftrag“ stundenlang einer Sache widmen, die sie konzentriert und zielorientiert verfolgen und kreativ umsetzen. Außerdem waren sie beeindruckt von dem großzügigen Außengelände der meisten Einrichtungen und den vielfältigen Spielmöglichkeiten, die sich den Kindern dort bieten.

Angeregt durch die Begleitung der niederländischen Praktikantinnen äußerten die Paxisanleiter*innen zum Schluss des Auswertungsgespräches den Wunsch, auch einmal einen Einblick in die Arbeit in niederländischen Kindertagesstätten (für Kinder von 0-4) und Grundschulen (ab 4 Jahren) zu erhalten. Die Möglichkeiten der Umsetzung einer Exkursion in die Niederlande werden derzeit geprüft.