Vier Wochen Praktikum in Sevilla - Andalucia

Unsere Erfahrungen im Rahmen des Auslandspraktikums am Beruflichen Gymnasium Dülmen (Jahrgangstufe 12)

Die Idee vier Wochen in Spanien zu arbeiten klang sowohl verlockend als auch abenteuerlich, allerdings erforderte sie einen kleinen Sprung ins kalte Wasser. Das alleinige Arbeiten und Leben in einer fremden Kultur mit geringen Sprachkenntnissen waren Aufgaben, für die wir uns erst einmal wappnen mussten.

Doch bereits nach einigen Tagen waren jegliche Angst oder Bedenken verflogen und wir fühlten uns fast schon wie zu Hause. Dies war zum größten Teil den netten Arbeitskollegen zu verdanken, welche uns schon bei der ersten Begegnung freundlich aufgenommen haben und zur Hilfe standen. Vielleicht war es aber auch einfach die wunderschöne Stadt, die uns schon bei unserer Ankunft mit ihren unzähligen Kirchen, Sehenswürdigkeiten und, dem immer präsenten, Weihrauchgeruch den Atem genommen haben.

Besonders die erste Woche war von neuen Erlebnissen geprägt, denn nicht nur das Kennlernen der Unternehmen und die Sprachschule, welche nachmittags stattfand, sondern auch die ersten Ausflüge in die Geschichte der Stadt sorgten für Aufregung.

Die Ausflüge und die Freizeit, welche wir gemacht haben, nahmen in den nächsten Wochen zu, da wir den Sprachkurs erfolgreich abgeschlossen hatten. Ein Besuch am Strand, das Entspannen am Guadalquivir, der Besuch einer Tapasbar oder eine kleine Siesta brachten uns also nicht mehr in Zeitprobleme, wir konnten die Stadt und ihre lebendigen Straßen in vollen Zügen genießen.

Diese rückten jedoch, in der dritten Woche, ein wenig in den Hintergrund da dort die „Semana Santa“, eine heilige Woche in Spanien, war. Fast über Nacht füllte sich die Stadt mit tausenden von Besuchern. Allerdings war dies ein kleines Problem im Vergleich zu dem Wahnsinn, der uns erwarten würde. Ein gutes Beispiel dafür wäre unser Heimweg vom Bahnhof, zuerst hörten wir nur leises Trommeln und Trompeten, welches langsam aber sicher lauter wurden, bis wir schließlich vor einer fast undurchdringlichen Wand von Menschen, welche rund um die Prozessionumzüge standen, verzweifelt einen Weg durch die gesperrten Straßen suchten. Das wir die tatsächliche Größe dieser Umzüge unterschätzt haben wurde uns allen spätestens dort klar.

Nach dem ersten Schock konnten wir schnell mit den Umzügen Frieden schließen und dieses einmalige Erlebnis für das nehmen was es ist: Ein eindeutiges Zeichen, dass die kulturellen Unterschiede in unserem Europa doch größer sind als man denkt.